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Naturholztüre weiß lackieren

    Beschreibung

    Häufig kommt es vor, dass beim Lackieren von Türen Probleme auftreten. Es kann zu Streifenbildung oder Haftproblemen kommen. Um ein perfektes Ergebnis beim Aufarbeiten und Lackieren einer Tür zu erzielen, ist es wichtig, auf die richtigen Werkzeuge und geeigneten Lacke zu achten.

    Material- und Werkzeugliste:

    • Kunstharzspachtelmasse oder Feinspachtel
    • Staubbindetuch
    • Farbeimer (groß und klein)
    • Abdeckmaterial und Klebebänder (z.B. Goldband)
    • Malerwerkzeug: Lackrolle, Blattpinsel, Ringpinsel
    • Holzkeil für Türe
    • Vorlack (Alkydharz/Lösemittelbassiert)
    • Hauptlack (Alkydharz/Lösemittelbassiert)
    • Arbeitsböcke
    • Reinigungsmaterial

    Maschinen/Zubehör

    Vorbereiten/Einstellen

    • Arbeitsplatz einrichten

      Bereite dir einen Arbeitsplatz vor, um sauber und staubfrei zu arbeiten. Hierfür empfehlen wir dir ein passendes System aus Sauger, Schleifer und passendem Schleifmittel.

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    Vorgehensweise

    • Vorhandene Türe Prüfen

      Der erste Schritt ist, die Tür zu prüfen. Liegen sichtbare Schäden vor oder streift die Tür am Boden? Sollten hier Probleme auftreten, empfehlen wir, die Tür an die Bodenhöhe anzupassen. Bei Renovierungen ändert sich oft die Bodenhöhe – sei es durch Fußbodenheizungen oder einen neuen Bodenbelag. Daher messen wir an den Türbändern die neue Höhe und kürzen das Türblatt mit der Tauchsäge und der Führungsschiene auf das passende Maß.

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    • Türe gangbar machen und Beschläge demontieren

      Anschließend prüfen wir die Passform der Tür. Durch das Einhängen des Türblatts können wir feststellen, ob sie irgendwo streift oder beim Öffnen und Schließen klemmt. Ist das der Fall, muss die Tür nachgestellt werden. Für das anschließende Lackieren hängen wir die Tür wieder aus und demontieren die Beschläge mit dem Ratschenset. Danach sind wir bereit für den nächsten Arbeitsschritt.

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    • Türblatt anschleifen – Fläche

      Nun schleifen wir die Tür an. Dazu verwenden wir einen Exzenterschleifer – idealerweise den ETSC 2 150 – um ein gleichmäßiges und hochwertiges Oberflächenbild zu erzielen. Als Schleifmittel empfehlen wir das Universalschleifpapier Granat in der Körnung P180. Damit werden beide Seiten des Türblatts gleichmäßig angeschliffen. Dank des integrierten Lichts lassen sich Unebenheiten oder Schäden in der Oberfläche der Tür direkt erkennen und bei Bedarf mit einem Stift markieren.

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    • Schleifen der Falze und Kannten

      Um die Falze am Türblatt zu schleifen ist ein Schwingschleifer zu empfehlen. Hier kann zum Beispiel ein RTSC 400 ebenfalls mit der Körnung von P180 eingesetzt werden. Durch seine Passform können so die Falze besser geschliffen werden. Schwer zugängliche stellen werden mit einem Handschleifmittel nachgearbeitet. Nach dem schleifen sollte die Türe vom Staub befreit werden. Hierfür eignet sich ein passender Sauger mit einem Saugpinsel.

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    • Macken und Kratzer

      Beim Schleifen der Tür mit dem ETSC 2 und seinem integrierten Licht fallen bereits Macken und Kratzer auf. Mit der kleinen Arbeitsleuchte KALC wird die Oberfläche nochmals genau kontrolliert, und beschädigte Stellen werden mit einem Bleistift markiert. Anschließend werden die Schäden mit einer Japanspachtel und Kunstharz- oder Feinspachtelmasse ausgespachtelt, um eine möglichst glatte Oberfläche zu erzielen. Tipp: Achte schon beim Auftragen darauf, die Spachtelmasse sauber abzuziehen, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erreichen.

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    • Vorbereiten der Türzarge

      Während die Spachtelmasse auf dem Türblatt trocknet, wird auch der Türrahmen vorbereitet. Die Vorgehensweise entspricht weitgehend der beim Türblatt. Für den Rahmen empfiehlt sich ein Schwingschleifer wie der RTSC 400, da er viele Kanten und Falze hat. Auch hier verwenden wir das Granat-Schleifpapier in Körnung P180. Feinheiten und Details können anschließend mit dem Granat-Handschleifmittel nachbearbeitet werden. Der restliche Staub wird mit dem Saugpinsel und dem CTMC Midi abgesaugt. Beschädigte Stellen müssen dabei ebenfalls mit Spachtelmasse und Japanspachtel ausgebessert werden.

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    • Endschliff Türblatt und Zarge

      Die im Schritt 5 und 6 gespachtelten Schadstellen auf dem Türblatt und der Türzarge, werden nach dem trocknen wieder geschliffen. Auch hier empfiehlt sich ein Excenter-Tellerschleifer mit Granat Papier Schleifmittel P180. So entsteht eine ebene Fläche und alle beim spachteln entstandenen unebenheiten werden wieder entfernt. Nach dem Schleifen muss die Türe nochmals abgesaugt werden. Mit der KALC die Oberfläche nochmals kontrollieren und ggf. weitere Schadstellen nochmals ausbessern. Und die Arbeitsschritte wiederholen. Ebenso wird dieser Arbeitsschritt auch an der Türzarge durchgeführt.

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    • Vorbereiten zum Lackieren

      Vor dem Lackieren werden die Oberflächen nochmals mit einem Staubbindetuch gereinigt. An schlecht zugänglichen stellen wird mit einem Goldband abgeklebt um zum Beispiel die Wand zu schützen. Das Malerwerkzeug und der zu verwendende Vorlack werden vorbereitet. und können auf dem CTMC Midi in einer angenehmen arbeitshöhe abgestellt werden. zum Schutz empfehlen wir den Sauger mit einer Zeitung abzudecken und Werkzeug und Farbe in einem Eimer aufzubewahren, so vermeidest du unnötige Verunreinigungen.

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    • Lackieren – Vorlack Türrahmen

      Der hier empfohlene und verwendete Lack ist ein alkydharz-basiertes, lösemittelhaltiges Lacksystem. Damit können wir die Tür bereits mit nur zwei Anstrichen vollständig beschichten. Bei wasserbasierten Systemen müsste zusätzlich ein Isolierprimer aufgetragen werden. Der Vorlack wird gleichmäßig mit der Lackrolle aufgetragen. An schwer zugänglichen Stellen kann ergänzend ein Pinsel verwendet werden. Achte beim Auftragen auf eine gleichmäßige Beschichtung, um Streifenbildung und Tropfnasen zu vermeiden.

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    • Lackieren – Vorlack Türblatt

      Im nächsten Schritt wird auch das Türblatt mit dem Vorlack gestrichen. Wir beginnen am hinteren Falz und können anschließend die Tür einhängen, um die übrigen Falze mit dem Pinsel zu lackieren. Danach werden die Flächen des Türblatts mit dem Vorlack behandelt. Dabei ist darauf zu achten, die Fläche linear von oben nach unten abzurollen, um einen gleichmäßigen Auftrag zu erzielen. Um das Türblatt während des Lackierens stabil zu halten, empfiehlt sich die Verwendung eines Holzkeils – so steht das Türblatt sicher und wackelt nicht.

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    • Trockenzeit

      Nach dem Vorlack muss die Türe erstmal trocknen. Der Pinsel kann in ein Glas Wasser gestellt werden, so härtet er nicht aus, und kann wiederverwendet werden. Die Lackrolle muss entsorgt werden.

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    • Zwischenschliff

      Nach dem Trocknen des Vorlacks empfiehlt es sich, die Tür erneut auf Beschädigungen zu überprüfen. Sollten weitere Schadstellen entdeckt werden, können diese erneut mit Feinspachtel ausgebessert werden. Risse oder ähnliche Stellen lassen sich auch mit Acryl reparieren. Nachdem die reparierten Stellen getrocknet sind, werden die Flächen und eventuelle Überreste der Spachtelmasse wieder angeschliffen. Für die großen Flächen empfiehlt sich ein Exzenterschleifer, idealerweise mit Granat-Schleifpapier in Körnung P400. Details und schwer zugängliche Stellen können mit einem Schleifschwamm bearbeitet werden. Verwende keine gröberen Körnungen, da sonst der Vorlack zu stark abgetragen wird. Zum Abschluss wird die Fläche abgesaugt und mit einem Staubbindetuch gereinigt.

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    • Lackieren

      Für den zweiten Lackanstrich verwenden wir einen Seidenglanz-Lack, ebenfalls ein Kunstharz- und lösemittelbasiertes System. Zum Lackieren wird die Tür wieder ausgehängt, und wir beginnen mit der Zarge. Anschließend wird, wie zuvor, der Innenfalz des Türblatts lackiert, bevor die Tür wieder eingehängt wird. Nun können der restliche Falz und schließlich die Flächen lackiert werden. Dank des lösemittelbasierten Lacks bleibt genügend Zeit, um den Lack mit der Rolle gleichmäßig zu verteilen. Nach etwa 10–15 Minuten sollte die Fläche erneut überprüft werden, um sicherzustellen, dass der Lack gleichmäßig aufgetragen ist; gegebenenfalls können kleinere Nachbesserungen vorgenommen werden.

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    • Nach dem Trocknen werden die Beschläge wieder an der Tür angebracht. Dabei kann erneut das Ratschenset verwendet werden. Anschließend ist die Tür fertig und es kann mit dem nächsten Projekt weitergehen.

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